Freitag, 26. Dezember 2008

Ey, lüg' ich?!

Als ich im Herbst die Plakate zu "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär - Musical" sah, erinnerte ich mich vage an Satans Lobeshymnen vor 2 Jahren - und schwupps war die Karte bestellt.

Der Auftakt der neuen Tour im Velodrom war - ungelogen - einfach wunderbar. Zugegeben, die Musik ist sehr kindgerecht gestaltet und teilweise nicht ganz mein Fall (Natürlich sind einige grandios; "Voller Güte, groß und prächtig herrscht du über alle Meere..." *gröhl & bang* und "Ich bin nur eine schlechte Idee" *summ & schnief*), doch die Kostüme und Requisiten waren einfach toll. An jeder Ecke eine Lobeshymne auf Walter Moers' Figuren. Viel Witz und noch mehr Charme zauberten mir ein Non-Stop-Grinsen aufs Gesicht.

Das Wandermusical ist eine verdammt gute Inszenierung eines verdammt guten Buches. Die Zeichnungen wurden wirklich toll umgesetzt. Fredda, Qwert, Mac, Nachtigaller und der Stollentroll erwachten auf der Bühne zum Leben. *mit nach Hause nehmen will* Mithilfe des wirklich perfekt agierenden Ensembles wurden Szenarien konstruiert, choreographiert und getanzt; beeindruckt hat mich insbesondere die Stollenszene. Wie genau da gearbeitet werden muss, dass man die Menschen nicht sieht und die Stollen sich dennoch stets verändern ist sicher echt hart.

Fazits:

  • Ich bin Blaubär, ein Blaubär!
  • Wissen ist Nacht!
  • BINOMIALKOEFFIZIENT!


[alle Bilder: Copyright by blaubaer-musical.de]

Listening To:

Martin Lingnau/Heiko Wohlgemuth - Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär (Das wahrscheinlich erlogenste Musical der Welt)

Dienstag, 23. Dezember 2008

Das ist Tatkraft!

"Hacker-Paragraf": iX-Chefredakteur zeigt sich selbst an
Jürgen Seeger, Chefredakteur des IT-Magazins iX, das wie heise online vom Heise Zeitschriften Verlag herausgegeben wird, hat sich heute bei der Staatsanwaltschaft Hannover selbst wegen Vorbereitung des Ausspähens und Abfangens von Daten nach Paragraf 202c StGB angezeigt. Grund ist eine Toolsammlung auf der Heft-DVD des iX Special "Sicher im Netz", mit dem man Schwachstellen in der IT-Infrastruktur aufzeigen, aber auch ausnutzen kann.

Das Special des Magazins iX, das seit dem 16. Oktober im Handel ist, gibt Administratoren Tipps, wie sie Systemeinbrüche simulieren können, um anschließend geeignete Schutzmethoden zu finden.
[...]

Dafür hat er meinen allergrößten Respekt. Diese Aktion zeigt, wie absurd dieser Müll eigentlich ist. Hut ab! Hoffentlich bringt es was.

Reading:
Andreas Eschbach - Eine Billion Dollar

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Ein Drittel schon vorbei

Part I: Der erste Blick
Schon davor zu stehen ist krass. Die Leuchttafeln sind so gigantisch, dass man auf dem Vorplatz nicht mehr wirklich erkennt, was da einem vorbei flimmert. Mehrere Einlässe, allesamt bestückt mit zivilisierten Schlangen - schon komisch. Schließlich wartete man auf ein Punkkonzert.
Garderoben gibt es im zweiten und vierten Stock, das Männerklo in der zweiten Etage das erste Mal übersehen. Alles wirkt stark überdimensioniert. Punkstimmung wollte nicht aufkommen.
Dann betreten wir die eigentliche Halle. Zwar wirkt sie von außen noch größer, dennoch haut einen dieser Anblick um. Man bedenkt, man ist Indoor und doch sieht man schon, dass die beiden größten Outdoor-Locations Berlins einen Scheiß dagegen sind. Die O2-World ist einfach nur ein Monster.

Part II: Die Vorband
Die Wand aus Marshall-Boxen ließ schon auf ordentlichen Rock schließen. Doch was Airbourne da zum Besten gab, war einfach nur geil. Energiegeladener Hardrock, krasse Mecken und heftigste Poser. So muss das einfach mal sein. Die Musik an sich hatte ein wenig was von AC/DC, finde ich persönlich. Konnten ordentlich einheizen, die Australier.

Part III: Der Hauptgrund
Bis zum ersten Abgang - der geschulte Fan weiß, dass das Konzert gerade erst begann - war es eher durchschnittlich, was die Hosen ablieferten. Sicherlich bedingt durch die Songs aus dem doch eher bescheidenen aktuellen Album.

Doch die erste Zugabe zeigte, dass es genial zu werden drohte: Mit auf die Bühne kamen Esther Kim und Raphael Zweifel, die beiden unterstützenden Musiker, ohne die das Unplugged-Album nicht das geworden wäre, was es ist. Und die sieben zeigten, dass diese Unplugged-Versionen auch auf normalen Konzerten durchaus funktionieren.

Schon nach dem ersten Song aus der Riege konnten die Hosen das noch toppen. Campino meinte, wenn man eh schon einmal in Berlin sei, könne man die Chance doch nutzen - und holte Arnim von den Beatsteaks dazu. UNGLAUBLICH. *ausgeflippt bin*. Zusammen mit den anderen durfte er seinen von den Hosen gecoverten und unplugged veröffentlichten Song Hand In Hand zum Besten geben (Klingt eigentlich im Nachhinein schon etwas seltsam: Arnim durfte seinen eigenen Song performen, aber nur in der Version der Hosen, die ihn derart veröffentlichten, ohne ihn zu fragen... DAS IST PUNKROCK! :D)

Abgerundet wurde die Semi-Unplugged-Session durch das Hervorholen einer Trompete, die Campino wohl einst in einem Fanfarenzug spielen musste, gestern jedoch den Nasenflöten-Part der swingigen Bommerlunder-Version ersetzen sollte. Mit einem gelungenen Übergang zur Originalversion des Songs wurde das Publikum zurück geholt in die wahre Welt des Punkrockkonzerts. Pogen, Springen, Schreien. Geil!

Weitere Höhepunkte waren sicherlich Still, still, still mit dem einzig wahren Still, still, still-Sänger am Mikro, Vom am Gesang (Campino an der Gitarre, Kuddel am Schlagzeug) bei einem mir melodisch bekannten, namentlich unbekannten Song, sowie dem Lust-auf-Vergangenheit-Medley aus u.a. Achterbahn, Schwarzwaldklinik, Wir sind bereit und Liebesspieler.

Danke für diesen Abend. Da kommt man doch immer gern wieder. Also bis zur Wuhlheide im Sommer!

Sonntag, 14. Dezember 2008

Wir haben 2jähriges (Bildupdate)

Wir, die Sucht und ich... oder die Scheiben und ich... oder... ach naja... Und eigentlich fröne ich schon ein wenig länger.
Aber auf der Weihnachtsfeier der Goldfingers vor 2 Jahren wurde ich offiziell Mitglied mit Rückennummer 42 und allem :)


Ich würde sagen, das gibt mal wieder Anlass zu einem netten Zahlenbombardement:

  • 2 Jahre Mitglied eines Ultimateteams
  • 26 gespielte Scheibenturniere
    • davon: 15x Outdoor
      • davon: 3x Kleinfeld, davon 2x HAT
    • 7x Halle
      • davon: 1x HAT
    • 3x Beach
    • 1x Discgolf
  • Beste Platzierungen:
  • 2 Turniere im Ausland (PL + I)
  • bei 10 verschiedenen Teams gespielt / ausgeholfen:
    • davon: mit 5 ganze Turniere gespielt (mit den ersten beiden mehr als eines):
  • längstes Spiel:
    • C-Quali Outdoor 2007, Berlin, Goldfingers vs. Plattfische Hamburg
    • 2h15m
    • Endstand: 15:13 Sieg
  • höchster Punktsieg:
    • vor 3 Wochen auf der Berlinliga mit DJs
    • gegen DiscKick, 23:6
  • höchste Niederlage:
    • Juni 08, Liga-Spiel, Goldfingers vs. DJs
    • 1:17, in unter 30min!
  • wenigsten Punkte im Spiel
  • größtes Turnier:
    • Paganello 08, Rimini
    • ca. 1500 Spieler
    • >100 Teams
    • >20 Plätze
  • meiste Spielzeit/meisten Spiele auf einem Turnier:
    • Palastwerfen 07, Potsdam
    • 18 Spiele an 2 Spieltagen
    • 12h Spielzeit in 48h
    • innerhalb von 4 Teams
  • meiste Training in einer Woche: 5 Einheiten bei 4 Teams
  • 1 Partysieg, 1x Limbokönig :D
  • leider kein Spiritpreis
  • 32 Scheiben im Besitz
    • davon: 22 Ultimate
      • davon 20 verschiedene
      • lediglich 1 Eurodisc
      • 1 Flashflight
      • von 15 verschiedenen Teams/Anlässen
    • 10 Discgolf
  • bestes Discgolf-Ergebnis:
    • 14 über Par, Potsdamer Parcours (14 Bahnen)
  • ausgegebenes Geld für Scheiben, Turnieranfahrten + Verpflegung, Startgebühren, Mitgliedsbeiträge, Trikots, ...: nein, das versuche ich nicht zusammen zu rechnen :D
Vor exakt 2 Jahren wurde ich nun also Mitglied der Scheiben-Community, im nächsten Monat bin dann kein Goldfinger mehr, sondern DJ. Ebenso wie meine Karriere bei den Potsdamern, begann die bei den DJs kurz vor der Weihnachtsfeier. Ich erhielt zwar gestern noch nicht meinen DJ Namen (die DJs vergeben Namen anstelle von Nummern), aber den Vertrag werde ich die Woche wohl noch unterschreiben.

Mal sehen, was die nächsten 2 Jahre bringen.

Freitag, 12. Dezember 2008

Liebe macht bekanntlich blind (Update)

Und auch die Liebe zur Musik scheint davon nicht verschont zu bleiben...

Da warte ich seit nun fast einem Jahr darauf, dass in den Tourdaten der Toten Hosen endlich mal die Düsseldorf-Termine erscheinen. Ewig nix. Die ersten Konzerte der Tour sind schon diesen Dezember. Immer mehr erscheinen in der Tournee-Liste. Nur Düsseldorf fehlt. Dabei ist es schon lange ein Traum von mir, ein Heimspiel der Hosen mitzuerleben.


Nun, am 28.11. kam dann endlich der lang ersehnte Newsletter mit den D
Dorf-Terminen. Der Vorverkauf für die Events am 25. und 26.12. sollten am 6. starten. Schon damals die Krise bekommen für solch eine kurze Zeitspanne. Was bitte sollte das denn? Kam aus dem Meckern nicht mehr raus. Mal abgesehen davon, wie sollte ich denn in den Weihnachtsfeiertagen in DDorf sein? *grml* Monatelanges Hoffen umsonst...

Gestern flatterte jedoch die erlösende Mail herein mit der Nachricht, dass es zwei Zusatzkonzerte gäbe: 22. und 23.
Super! Zumal ich doch eh vom 19.-21. bei Mrs. & Mr. Morti weilen darf.
Gut, um Mitternacht den Entschluss gefasst, mich Samstag früh, wenn der VVK startet, mich um die begehrten Lappen zu prügeln - vorausgesetzt ich darf meinen lieben Gastgeber noch 2 Nächte länger auf den Senkel gehen.


Heute früh sofort den Herrn des Hauses im ICQ angetroffen und sofort zugelappt. Alle Pferde scheu gemacht - aber sie sagten zu. Na dann ist ja al
les geritzt, nur noch die bereits rausgesuchte Mitfahrgelegenheit für die Rückfahrt kontaktieren... Doch halt...

Ein zufälliger Blick auf die Konzertdaten bei eventim zeigten etwas verdammt Komisches:
22.12.2008 - Die Toten Hosen, Bremen

HÄÄÄÄ? Und dann - nach ewigem Bangen, Hoffen, Nerven, Heulen, in scheinbar letzter Minute glücklich werdend Jubeln, und zu allem Überfluss noch in aller Herrgottsgfrühe Freunde mit egoistischen Anliegen überfallen - fällt es mir wie Schuppen aus den Haar
en: Auf den Weihnachtskonzertterminen der Toten Hosen in Düsseldorf steht eine dicke, fette
2009!
(in Worten: NEUN, nicht ACHT - NEUN!)

Ich glaube, was wesentlich Peinlicheres ist mir in meinem Leben noch nicht passiert... Ich wär fast im Boden versunken... Aber mein Dank geht trotzdem nach DDorf! Danke, dass ihr mich so kurzfristig noch aufgenommen hättet!


Nun ja, muss ich mich erstmal mit den zwei Berlin-Terminen (nächsten Mittwoch und einer Anfang Juli) vorlieb nehmen und hoffen, dass ich morgen früh noch eine Karte abbekomme, bevor die Server abstürzen *gg*


Update (13.12.2008, 9:15h):
Got'cha! Harhar... OK, es wird keine hübsche bunte Karte sondern son hässlicher eventim-Wisch, aber der kaufMICH-Server war erwartungsgemäß um 8:55h überlastet. Gott sei Dank hat eventim um 9:05h den VVK noch gestartet.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Frisbee inna Glotze

Momentan hat es mir "Scrubs" total angetan. Wie gut, dass man die Folgen alle bei YouTube oder MyVideo findet. So hab ich sogar mein Vorhaben, alle Simpsonsfolgen zu gucken, unterbrochen...

Ha, und in der Folge "
Mein großer Bruder" (Staffel2, Episode6) sagt doch JD's Bruder zu JD:
"
Tja, wenn ich schonmal hier bin, sollten wir ne Runde FrisbeeGolf spielen..."

Sehr sympatisch, auch mal fiktive Charaktere mit dem Scheibenhobby zu kennen :)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Der Döner und der Westen

Es überrascht mich immer wieder, zu welch kulinarischen Verbrechen die Wessis fähig sind. Sei es der frittierte Döner in Münster oder sei es das von mir in Braunschweig entdeckte Ding:


Naja, man soll ja alles mal probieren - Schinkenpizza kriege ich schließlich überall. Also habe ich erfragt, was zu erfragen war: Es gab Chickendöner. Bestellt und... nun ja.. es sieht leckerer aus, als es war.


Mit Döner hatte es nicht viel zu tun, mit Pizza im Übrigen auch nicht. Schlechtes Hühnerkebap auf einem Teigflagen gestreut und in Käse erstickt. Es war weder Soße noch irgendwelcher Salat drauf... Wo war der viel gepriesene Döner? Naja, habs runter gewürgt, aber ich weiß, was ich nie wieder bestelle (kommt fast an die perversen Pommespizzen in Pizzaland Italien ran... *kotzwürg*)

Im Wandel der Zeit

Erstmalig brachte ich den Vorschlag, mal einen Tag zusammen mit meinen Eltern in Berlin zu verbringen und anschließend ins Konzert zu gehen. Ich freute mich wirklich auf das Zusammentreffen. Und ja, es war ein schöner Tag. Danke schön, M&V!

Das Konzert war ebenfalls etwas Besonderes. Im Prinzip passte es gewissermaßen zu meinen aktuellen Emotionen. Moderne klassisch inszeniert: "Symphonic Pink Floyd" im Schauspiel Konzerthaus am Gendarmenmarkt am Sonntag. Ich gebe zu, es hat mich nicht sonderlich vom Hocker gerissen; die Musik wirkte sehr flach und ich erkannte mit Mühe und Not "Another Brick In The Wall". Der Rest war leise, unkenntlich und teilweise langatmig. Laut Vaddern war noch "Time" und "Money" erkennbar.
Glücklicherweise war das Konzert eine Art Double-Feature und so konnte Ludwig vans 9. den Abend ganz gut retten. An der Akustik des Konzerthauses habe dennoch meine Zweifel. Gleiches klang im Staatstheater in Cottbus einfach viel intensiver und voller.

Und so verändern sich die Menschen und auch deren Emotionen. Die einen Beziehungen werden endlich besser bis gut und dann scheint irgendwer über ein gewisses Gleichgewicht dieser zu wachen. Alles gleichzeitig
scheint nicht zu gehen. Und so bin ich dennoch wieder angekommen im altbekannten Zustand. Trotzdem alles erdenklich Gute, F.!

Es ist schon seltsam: Da glaubt man sich so nah dran am perfekten Leben und dann wird einem bewusst, dass perfekt was völlig anderes ist. Naja, man kann halt nicht alles haben und muss stets das Beste daraus machen... So long...

Listening To:
London Philharmonic Orchestra plays Queen

Sonntag, 7. Dezember 2008

Freiräume

Ich habe fertig!

Meine Wohnung ist seit gestern bewohnlebbar. Die Küche wurde auch sofort mit einer kleinen aber feinen, um 20:30 auf dem Hbf beschlossenen, Aktion eingeweiht.

Zusammen mit Mr. und Mrs. TS gabs nämlich in meiner kuscheligen Couchecke lecker RitterSport-Schoko- Fondue und Glühwein mit angeschlossener Nichtlustig-Spiel-Session, in der ich gnadenlos unterging :D

Samstag, 6. Dezember 2008

Der alte Mann löst den Zauberbann

Die schönste Meldung der Woche:

Wie schon Goethes "Zauberlehrling" erkennen musste, lassen sich Geister nicht einfach mit rationalen Entscheidungen bändigen oder gar ruhig stellen.

Mutabor kehrt im Frühjahr 2009 auf die Bühne zurück!

Wer die Abschiedserklärung der Band von 2006 aufmerksam gelesen hat, konnte erahnen, dass es sich hier nur um eine vorübergehende Auszeit handelt.
[...]
Das Mutterschiff Mutabor wurde auf dem Trockendock generalüberholt, die Segel ausgebessert, der Rumpf neu bemalt, die Crew trainiert und im Frühjahr 2009 wird es dann feierlich wieder den Wellen übergeben.

Im März und April 2009 setzt Mutabor wieder die Segel und startet auf Clubtour quer durch Deutschland.

*FREU*

Natürlich bleibt die Frage, ob sie für mich genauso gut oder besser sein werden. Was mich betrifft, hat Mutabor es eigentlich geschafft, ein ewiger Mythos zu sein - tolle Musik und nie schlecht geworden. Erinnerungen an gigantische Konzerte - eine der tollsten Bands, die ich das Vergnügen hatte, kennen lernen zu dürfen. Hoffentlich machen sie es (sich) nicht kaputt.

Reading:
Cornelia Funke - Tintenherz (bäh, langweilig!)
Listening To:
Mutabor - Mutabor

Montag, 1. Dezember 2008

Chronik eines Süchtigen

ACHTUNG, langer schmalziger Frisbee-Content!


Der letzte Monat stand bei mal wieder ganz im Zeichen meiner heiß geliebten Scheibe. Nach meinem Umzug war es nun notwendig geworden, mir ein neues Ultimate-Team zu suchen. Dahingehend passte mir dies ganz gut, da ich schon eine Weile spektulierte, teilweise in der großen Stadt in die Lehre zu ziehen. Bei den Goldfingers hatte ich mich schon eine ganze Weile lang nicht mehr weiter entwickelt - ich brauchte was neues.

Nun, in Berlin ist das mit dem neuen Team nicht ganz so einfach: Immerhin gibt es hier mindestens 10 verschiedene. Anfangs bin ich aufgrund meiner Freundschaften vorerst nur zu den Airpussies gegangen. Schnell wurde klar, dass ich da nicht voll gefordert wurde und weiter kam. Mit dem Trainer kam ich nicht klar und die Ebene danach hatte nur die gleiche Erfahrung wie ich.
Die Suche ging weiter: Ich kam auf bis zu 5 Trainingseinheiten bei verschiedenen Teams in der Woche. Was ich aus dieser Zeit mitnehme, ist das Wissen um die Unterschiedlichkeit von Lehrauffassungen, von Wichtigkeiten innerhalb des Sports. Die einen üben dies, die anderen zeigen sich verächtlich darüber, manche erwärmen sich von Kopf nach Fuß, die nächsten andersrum und die dritten gar nicht. Bei den einen steht der Spaß im Vordergrund, bei anderen mehr die Leistung. Selten beides gleichzeitig.
Gerade als ich anfing, zu überlegen ob ich das ganze auf 7 oder 8 Trainingszeiten ausweiten solle, kam (wohl glücklicherweise ;) ) bei einem Bierchen das Angebot eines Spielers, bei ihnen zwei Wochen später die Berliner Winterliga mitzuspielen.
Ich sagte zu - und ging zu einem weiteren Team zum Training. Man konnte ja unmöglich eine Turnierreihe spielen, ohne jemals bei den Leuten trainiert zu haben. So kam ich also zu DJ Dahlem.

Bei den DJs fühlte ich mich sehr schnell wohl. Die Trainingseinheiten waren super. Die Leute waren sofort sympatisch - durch die Bank weg. Die erfahrenden Spieler sind sich für keinen Tipp zu schade und bleiben doch immer bei einem Lachen. Die schwächeren Spieler sind voll integriert, auf sie wird Rücksicht genommen - ohne aber das eigene Niveau zu vernachlässigen. Egal wer da ist, egal wie gemischt die Gruppe ist - irgendwie ist immer ein Gefühl der Zusammengehörigkeit da. Hohe Moral und viel Lernpotential. Genau das was ich suchte. Ich bin in Berlin vorher auf kein Team gestoßen, mit dem ich am Abend noch gern auf ein Bierchen wegging und gleichzeitig einfach nur ins Bett fallen wollte. Bis jetzt.

Nun ging es zum Ligaspieltag. Es war interessant zu sehen, dass man - egal wie schlecht gespielt wird - auch ohne negative Stimmungen über die Runden kommt. Hier ein Hinweis, da eine Aufmunterung und schon steht die Moral wieder und das gesamte Team fängt sich. Es war unglaublich. 3 von 4 Spielen gewonnen.
Hätte man mir zu diesem Zeitpunkt einen Mitgliedsantrag in die Hand gedrückt, ich hätte ihn unterschrieben.

So hatte ich jedoch Zeit für die richtige Feuertaufe: Ein großes Turnier. Auswärts mit starken Gegnern, Party und Essen. Ich konnte mir noch den letzten Platz für die Teamliste ergattern und dann ging es Samstag früh zu neunt nach Braunschweig zum Candle Cup.
Das erste Spiel als gefühlter echter DJ war eine lockere Erwärmung gegen Hearts of Fire (Wenigerode, unterstützt durch MD). Danach ging es gegen die Disco-Bärchen (Freiburg/Karlsruhe). War hart und ich fühlte mich schon gut gehetzt. Wie nach einem guten Goldfingersspiel. Zwar verloren, aber bei dem Gegner auch nicht schlimm - dachte ich als einziger. Die DJs waren nicht zufrieden.
Warum, das wurde mir danach klar. Wir lagen gegen die Tekielas (Kiel) schon 2:0 zurück. Aus meiner Potsdamer Sicht wiederum nicht so dramatisch. Doch "Kopf hängen lassen" scheinen die DJs nicht zu kennen. Anfeuern, Tipps geben, taktieren, hart beißen bis zum Schluss - das alles ohne auch nur einen negativen Ausruf oder Beschimpfung. Habe ich noch nie erlebt. Unglaublich. Das Ergebnis zeigte, dass es funktioniert: 12:6 Sieg.
Ähnlich verlief es gegen die Hamburger Fischbees. Ein Angstgegner meinerseits. Beißen. Beißen. Beißen. Harte Defense, sichere Pässe, wenn man sich es sich geschworen hat. Disziplin. Gleiches Ergebnis wie oben. Damit standen wir im Viertelfinale.
Am Samstag Abend war ich physisch fertig, wie noch nie auch nur nach einem ganzen Turnier. Verletzter Zeh, zitternde Muskulatur, leichte Blessuren. Zeichen, dass man immer noch mehr leisten kann, als man glaubt. Vor allem, wenn es sich lohnt und das Team zusammenhält. Psychisch war ich auf der Spitze.
Und am Sonntag? Es ging gegen Sturm und Drang (F). Lagen zurück mit 6:2. Beißen, Köpfe hoch, sicher spielen. Alle halten sich dran, sind heiß und haben Spaß. 30 Sekunden vor Schluss schafften wir den Ausgleich. Punkt wird ausgespielt. In der Nachspielzeit gab es eine super Defenseaktion und einen super ruhigen Siegpunkt. 10:9. Ich habe das erste Mal gesehen, dass es stimmt: Die Moral stützt das Team. Habe ich weder bei den Goldfingers noch sonstwo bisher in der ausgeprägten Form gesehen.
Gut, gegen die Endzonis (HRO) knapp verloren, weil zwei Fehler nun einmal sofort bestraft werden, wenns gegen Rostock geht.
Doch das kleine Finale gegen Sunblockers (Oldenburg) war ebenso wie das Restturnier: Harter Gegner, nie mehr als einen Punkt Abstand. Immer wach sein, immer heiß sein. Grandiose Stimmung. Pünktlich zum Schlusspfiff kam das 9:8. Es sollten dennoch noch 3 Pässe gespielt werden. Der zweite war ein Endzonenpass der Sunblockers. Krasse Defenseaktion. Pass 3 war das 10:8 und damit mit Platz 3 die beste Platzierung, die ich je (außerhalb eines HAT-Turniers)erreichte. Hammer.

Ich werde in Zukunft weiß oder schwarz spielen. Noch habe ich keinen DJ-Namen, aber das ist nur eine Frage der Zeit, denke ich. Ich bin stolz, DJ zu werden und freue mich auf viele spiritvolle und dennoch spannende Spiele. DJ Dahlem, ich danke euch für diese Ehre und Erfahrungen!

PS: Und ich freue mich, nicht mehr das hässliche lila Trikot tragen zu müssen, wo ich immernoch der einzige zu sein scheine, der es so empfindet ;) Dennoch freue ich mich auf jedes Gasttraining in Potsdam. Die Leute sind nach wie vor toll :)